Welche Sicherheitsschuhe passen zu welcher Tätigkeit?

Die Wahl des richtigen Sicherheitsschuhs ist weit mehr als nur eine Frage der Schuhgröße. Sie ist eine entscheidende Komponente des betrieblichen Arbeitsschutzes und direkt verbunden mit der Gesundheit, der Leistungsfähigkeit und schlussendlich der Sicherheit der Mitarbeitenden. In Deutschland sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, geeignete Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen, und dazu gehören insbesondere auch Sicherheitsschuhe, die den spezifischen Gefährdungen des Arbeitsplatzes Rechnung tragen. Eine fundierte Entscheidung bei der Beschaffung ist daher unerlässlich. Dieser Leitfaden beleuchtet die verschiedenen Schutzklassen, Merkmale und Anwendungsbereiche, um eine zielgerichtete Auswahl zu ermöglichen.

Die Bedeutung der richtigen Auswahl: Mehr als nur Vorschrift

Die Auswahl des passenden Sicherheitsschuhs ist keine bloße Formalität, sondern eine Investition in die Sicherheit und Gesundheit der Belegschaft. Fehlende oder unzureichende Fußschutzmaßnahmen können gravierende Folgen haben:

  • Verletzungsrisiko: Herabfallende Gegenstände, spitze Objekte, Quetschungen, Ausrutschen oder Verbrennungen sind nur einige der Gefahren, denen Füße im Arbeitsalltag ausgesetzt sein können. Ein ungeeigneter Schuh bietet hier keinen ausreichenden Schutz.
  • Gesundheitliche Langzeitfolgen: Ungenügende Dämpfung, falsche Passform oder mangelhafte Atmungsaktivität können zu Fußschmerzen, Haltungsproblemen, Gelenkbeschwerden oder Hautirritationen führen. Diese beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern können auch die Arbeitsleistung mindern und langfristig chronische Beschwerden verursachen.
  • Produktivitätsverlust: Unbequeme oder unsichere Schuhe lenken ab und führen zu Ermüdung. Dies kann die Konzentration und Präzision bei der Arbeit beeinträchtigen und somit die Produktivität reduzieren.
  • Rechtliche Konsequenzen: Bei Arbeitsunfällen aufgrund unzureichender oder falscher Schutzausrüstung drohen dem Arbeitgeber rechtliche Konsequenzen, die von Bußgeldern bis hin zu strafrechtlichen Ermittlungen reichen können.

Es gilt also, nicht nur die Mindestanforderungen zu erfüllen, sondern proaktiv die bestmögliche Lösung für jede individuelle Tätigkeit zu finden.

Wenn du mehr über die Auswahl von Sicherheitsschuhen für verschiedene Tätigkeiten erfahren möchtest, empfehle ich dir, diesen Artikel zu lesen: Welche Sicherheitsschuhe passen zu welcher Tätigkeit?. Dort findest du hilfreiche Informationen, die dir helfen, die richtigen Schuhe für deine speziellen Anforderungen zu wählen.

Grundlagen der Normung: Schutzklassen nach EN ISO 20345

Die europäische Norm EN ISO 20345 definiert die Mindestanforderungen an Sicherheitsschuhe. Sie unterscheidet verschiedene Schutzklassen (S-Klassen), die jeweils spezifische Schutzeigenschaften garantieren. Ein Verständnis dieser Klassen ist fundamental für die richtige Auswahl.

Schutzklassen S1, S1P, S2, S3, S4, S5

  • S1: Diese Klasse bietet Grundschutz für trockene Arbeitsbereiche. Schuhe dieser Kategorie verfügen über eine Zehenschutzkappe (200 Joule, entspricht einem Gewicht von 20 kg, das aus 1 Meter Höhe auf den Zehenbereich fällt oder einer Druckbelastung von ca. 1.500 kg), eine rutschhemmende Sohle (SRA, SRB oder SRC) sowie eine geschlossene Fersenpartie mit Energieaufnahme im Fersenbereich. Zudem sind sie antistatisch. Sie eignen sich für Berufe, in denen mechanische Risiken bestehen, aber keine Gefahr durch Nässe oder das Durchtreten spitzer Gegenstände.
  • Typische Anwendungsbereiche: Lager, Logistik, Montage, Handwerk (Innenbereich), Automobilindustrie (trocken).
  • S1P: Ähnlich wie S1, jedoch zusätzlich mit einem Durchtrittschutz versehen. Dieser Schutz verhindert das Eindringen spitzer Gegenstände von unten durch die Sohle.
  • Typische Anwendungsbereiche: Handwerk (trocken, wo Nägel oder Schrauben liegen können), Leichtindustrie, bestimmte Bereiche im Bauwesen (Innenausbau).
  • S2: Diese Klasse bietet alle Eigenschaften von S1, ist jedoch zusätzlich wasserabweisend im Obermaterial (mindestens 60 Minuten lang wasserdicht). Der Durchtrittschutz fehlt hier.
  • Typische Anwendungsbereiche: Baustellen (bei leichter Feuchtigkeit), Garten- und Landschaftsbau, Lebensmittelindustrie (feuchte Bereiche, aber kein Durchtrittschutz erforderlich).
  • S3: S3-Schuhe sind die Allrounder unter den Sicherheitsschuhen und bieten den umfassendsten Schutz für viele Arbeitsbereiche. Sie verfügen über alle Merkmale von S2 (Zehenschutzkappe, geschlossene Fersenpartie mit Energieaufnahme, antistatisch, wasserabweisendes Obermaterial) und zusätzlich über einen Durchtrittschutz sowie eine profilierte Laufsohle. Die profilierte Laufsohle sorgt für verbesserten Halt auf unebenen und rutschigen Untergründen.
  • Typische Anwendungsbereiche: Bauhauptgewerbe, Straßenbau, Metallbau, Maschinenbau, Landwirtschaft, Entsorgungswirtschaft, Forstwirtschaft. Hier kommen sie am häufigsten zum Einsatz.
  • S4: Diese Kategorie umfasst Stiefel, die komplett aus Gummi oder Polymeren bestehen. Sie bieten alle Eigenschaften von S1, sind jedoch komplett wasserdicht (und nicht nur wasserabweisend). Sie haben also eine Zehenschutzkappe, eine rutschhemmende Sohle und sind antistatisch. Der Durchtrittschutz fehlt hier.
  • Typische Anwendungsbereiche: Chemische Industrie, Lebensmittelverarbeitung mit viel Nässe, Nassbereiche in der Landwirtschaft, Fischerei.
  • S5: Die höchste Schutzklasse für Gummistiefel. Sie vereint alle Merkmale von S4 und zusätzlich einen Durchtrittschutz sowie eine profilierte Laufsohle. Dies macht sie zur sichersten Wahl in extrem nassen und gefährlichen Umgebungen.
  • Typische Anwendungsbereiche: Abwassertechnik, Kläranlagen, Bergbau, Garten- und Landschaftsbau (bei viel Nässe und spitzen Gegenständen), offshore.

Zusätzliche Kennzeichnungen und Eigenschaften

Neben den S-Klassen gibt es weitere wichtige Kennzeichnungen, die über spezielle Eigenschaften des Schuhs Auskunft geben:

  • P: Durchtrittsicherheit (bereits in S1P, S3, S5 enthalten)
  • C: Konduktiver Schuh (leitet Elektrizität ab, z.B. in explosionsgefährdeten Bereichen)
  • A: Antistatischer Schuh (begrenzt den elektrischen Widerstand, für Arbeitsbereiche mit empfindlichen elektronischen Bauteilen)
  • HI: Wärmeisolierung des Sohlenkomplexes (schützt vor Hitze von unten)
  • CI: Kälteisolierung des Sohlenkomplexes (schützt vor Kälte von unten)
  • WR: Beständigkeit des gesamten Schuhs gegen Wasserdurchtritt (gilt für S2 und S3 Schuhe, wenn sie zusätzlich eine wasserdichte Membran aufweisen)
  • HRO: Beständigkeit der Laufsohle gegen Kontaktwärme (bis 300°C für 60 Sekunden), wichtig z.B. bei Asphaltarbeiten oder in Gießereien.
  • FO: Beständigkeit der Sohle gegen Kraftstoffe
  • E: Energieaufnahme im Fersenbereich (Dämpfung)
  • M: Mittelfußschutz: Schützt den empfindlichen Mittelfußbereich zusätzlich vor Stößen.
  • AN: Knöchelschutz: Zusätzlicher Schutz für den Knöchelbereich.
  • CR: Schnittschutz: Wichtig für z.B. Forstarbeiter, wenn mit Kettensägen gearbeitet wird.
  • WRU: Wasserabweisendes Obermaterial (bereits in S2, S3 enthalten)
  • SRA, SRB, SRC: Rutschhemmung (SRA auf Keramikfliesen mit Reinigungsmitteln, SRB auf Stahlböden mit Glycerin, SRC = SRA + SRB)

Diese Zusatzkennzeichnungen ermöglichen eine noch präzisere Anpassung an spezielle Arbeitsbedingungen und erhöhen die Sicherheit der Mitarbeitenden deutlich.

Tätigkeitsspezifische Anforderungen: Der richtige Schuh für jeden Job

Die Wahl der richtigen Sicherheitsschuhe orientiert sich primär an der Gefährdungsbeurteilung des jeweiligen Arbeitsplatzes. Eine detaillierte Analyse der potenziellen Risiken ist der Ausgangspunkt.

Bauwesen & Handwerk (im Freien)

  • Gefahren: Herabfallende schwere Gegenstände, spitze Objekte (Nägel, Schrauben, Schotter), Nässe, Schmutz, unebene Untergründe, Abrutschgefahr, Kontakt mit heißen Materialien (z.B. Asphalt).
  • Empfohlene Schutzklasse: S3 oder S5 (bei extremer Nässe, z.B. Grabenbau, Rohrverlegung).
  • Wichtige Zusatzeigenschaften:
  • Durchtrittschutz (P): Unabdingbar, um Verletzungen durch Nägel oder andere spitze Objekte zu vermeiden.
  • Wasserabweisendes Obermaterial (WRU) oder wasserdicht (WR/S5): Schutz vor Feuchtigkeit und Nässe.
  • Profilierte Laufsohle: Für optimalen Halt auf unebenen, schlammigen oder rutschigen Böden.
  • HRO (hitzebeständige Sohle): Bei Asphaltarbeiten oder Kontakt mit heißen Oberflächen.
  • AN (Knöchelschutz): Kann bei unebenem Gelände Stabilität bieten.
  • M (Mittelfußschutz): Bei erhöhtem Risiko für den Mittelfußbereich.
  • Schnittschutz (CR): Für Tätigkeiten mit Kettensägen (z.B. Zimmererarbeiten, falls nicht spezieller Forstschuh erforderlich).

Lager, Logistik & innerbetrieblicher Transport

  • Gefahren: Herabfallende Pakete/Waren, Quetschungen (z.B. durch Hubwagen oder Gabelstapler), Umknicken, Ausrutschen auf glatten Hallenböden, elektrische Entladung.
  • Empfohlene Schutzklasse: S1 oder S1P.
  • Wichtige Zusatzeigenschaften:
  • Rutschhemmung (SRC): Auf Hallenböden oft entscheidend, besonders bei Flüssigkeitsresten.
  • Geringes Gewicht und hohe Flexibilität: Für hohen Bewegungsumfang und weniger Ermüdung bei langen Gehstrecken.
  • Gute Dämpfung (E): Entlastet Gelenke bei stehenden oder gehenden Tätigkeiten auf harten Böden.
  • Atmungsaktivität: Für ein angenehmes Fußklima in beheizten Hallen.
  • ESD-Fähigkeit: Wenn elektronische Bauteile gehandhabt werden oder empfindliche Geräte geschützt werden müssen (gegen elektrostatische Entladung).

Metallbau & produzierendes Gewerbe

  • Gefahren: Herabfallende Metallteile, Späne, Funkenflug, heiße Oberflächen, scharfe Kanten, Öle, Chemikalien, Rutschgefahr durch Kühlmittel oder Fette.
  • Empfohlene Schutzklasse: S3. In speziellen Fällen auch S1P (trocken, geringere Ölbelastung).
  • Wichtige Zusatzeigenschaften:
  • Hitzebeständige Sohle (HRO): Besonders in Schweißereien oder Gießereien unerlässlich.
  • Kraftstoffbeständige Sohle (FO): Bei Kontakt mit Ölen, Fetten, Kühlmitteln.
  • Chemikalienresistentes Obermaterial: Falls Kontakt mit aggressiven Substanzen besteht.
  • Schnittschutz (CR): Falls mit scharfen Metallkanten oder Zerspanungswerkzeugen gearbeitet wird.
  • Metallfreie Ausstattung (Composite-Kappe und Textileinlage): Falls Metalldetektoren passiert werden müssen.

Lebensmittelindustrie & Gastronomie

  • Gefahren: Rutschgefahr auf nassen, fettigen oder verunreinigten Böden, Herabfallen von Gegenständen, scharfe Objekte, Kälte (Kühlhäuser), heiße Flüssigkeiten.
  • Empfohlene Schutzklasse: S2 (bei Nässe, aber ohne Durchtrittschutzrisiko), S3 (bei Nässe und Durchtrittschutzrisiko) oder S4/S5 (bei ständiger Nässe/Flüssigkeitskontakt).
  • Wichtige Zusatzeigenschaften:
  • SRC-Rutschhemmung: Auf glatten, nassen oder fettigen Böden absolut notwendig.
  • Wasserabweisend (WRU) oder wasserdicht (WR/S4/S5): Leichte Reinigung und Schutz vor Flüssigkeiten.
  • Waschbar/Reinigungstauglich: Wichtig für Hygieneanforderungen.
  • CI (Kälteisolierung): In Kühlhäusern oder Tiefkühlbereichen.
  • ESD-Schutz: In einigen Produktionsbereichen, wo Elektronik empfindlich ist.
  • Leicht und komfortabel: Für lange Steh- und Gehzeiten.

Forstwirtschaft & Garten- und Landschaftsbau

  • Gefahren: Schnittverletzungen durch Kettensägen, herabfallende Äste/Stämme, spitze Äste/Steine, Nässe, Matsch, unebenes Gelände, Insekten.
  • Empfohlene Schutzklasse: S3 oder S5 (Gummistiefel bei extremer Nässe). Oft sind hier Spezialschuhe mit Schnittschutz (nach EN 1724) erforderlich.
  • Wichtige Zusatzeigenschaften:
  • Schnittschutz (CR, EN 1724): Unverzichtbar für Arbeiten mit der Kettensäge.
  • Hoher Schaft (Stiefelform): Bietet zusätzlichen Knöchelschutz und verhindert das Eindringen von Schmutz und Nässe.
  • Profilierte, selbstreinigende Laufsohle: Für optimalen Halt in Matsch und auf unebenem Waldboden.
  • Wasserabweisend/wasserdicht (WRU/WR/S5): Schutz vor Feuchtigkeit.
  • Dornen- und Astabweisung: Robustes Obermaterial.

Innovationen und Komfort: Mehr als nur Basisschutz

Moderne Sicherheitsschuhe bieten weit mehr als nur den reinen Basisschutz. Fortschritte in Materialwissenschaft und Ergonomie haben dazu geführt, dass Sicherheitsschuhe heute oft leicht, bequem und atmungsaktiv sind.

Leichte Materialien und Dämpfungstechnologien

  • Kunststoff-Zehenschutzkappen (Composite): Leichter als Stahlkappen, thermisch isolierend (leiten Kälte/Wärme nicht so schnell), bieten den gleichen Schutz und sind metallfrei. Ideal für Arbeitsplätze mit Metalldetektoren.
  • Textile Durchtrittschutzsohlen: Flexibler und leichter als Stahlsohlen, thermisch isolierend.
  • Moderne Dämpfungssysteme: EVA, PU, Gummimischungen in der Zwischensohle absorbieren Stoßenergie und entlasten Gelenke und Rücken. Dies erhöht den Tragekomfort erheblich.
  • Gewichtsersparnis: Durch den Einsatz leichter Materialien kann das Gewicht eines Sicherheitsschuhs signifikant reduziert werden, was die Ermüdung bei langen Arbeitstagen minimiert.

Atmungsaktivität und Fußklima

  • Funktionsfutter und Membranen: Wasserdichte, atmungsaktive Membranen (z.B. Gore-Tex) halten die Füße trocken und leiten Feuchtigkeit von innen nach außen ab.
  • Perforiertes Obermaterial: Erhöht die Luftzirkulation.
  • Feuchtigkeitsregulierende Einlegesohlen: Unterstützen die Ableitung von Schweiß und fördern ein hygienisches Fußklima.
  • Antibakterielle Ausrüstung: Reduziert Geruchsbildung.

Ergonomie und Passform

  • Anatomisch geformte Fußbetten: Unterstützen den Fuß und fördern eine gesunde Haltung.
  • Verschiedene Weiten: Nicht jeder Fuß ist gleich. Anbieter bieten oft Schuhe in verschiedenen Weiten an, um eine optimale Passform zu gewährleisten und Druckstellen zu vermeiden.
  • Schnellschnürsysteme/BOA-Verschluss: Ermöglichen eine schnelle Anpassung und einen sicheren Halt.
  • Spezielle Leistenformen: Für Damenfüße oder orthopädische Einlagen.

Diese Innovationen tragen maßgeblich zur Akzeptanz von Sicherheitsschuhen bei den Mitarbeitenden bei, da sie den Komfort erhöhen, ohne den benötigten Schutz zu beeinträchtigen.

Wenn du dich fragst, welche Sicherheitsschuhe zu welcher Tätigkeit passen, könnte es hilfreich sein, auch über die richtige Arbeitskleidung nachzudenken. In einem Artikel wird erklärt, wo der Unterschied zwischen Warnschutz und Workwear im Arbeitsalltag wirklich liegt. Die Wahl der passenden Kleidung und Schuhe kann entscheidend für deine Sicherheit und deinen Komfort bei der Arbeit sein.

Auswahlprozess und Tragekomfort: Mitarbeitende einbeziehen

Ein Sicherheitsschuh kann nur dann seine volle Schutzwirkung entfalten, wenn er regelmäßig und gerne getragen wird. Der Tragekomfort spielt hierbei eine entscheidende Rolle.

Gefährdungsbeurteilung als Grundlage

Wie bereits erwähnt, ist die vom Arbeitgeber durchgeführte Gefährdungsbeurteilung der Ausgangspunkt. Sie legt die Mindestanforderungen an den Fußschutz fest und bestimmt die erforderliche Schutzklasse sowie eventuelle Zusatzanforderungen (z.B. Durchtrittschutz, Hitzebeständigkeit, Rutschfestigkeit).

Anprobe und Passform

  • Mitarbeiterbeteiligung: Es ist empfehlenswert, die betroffenen Mitarbeiter in den Auswahlprozess einzubeziehen. Ein Schuh, der passt und als bequem empfunden wird, wird eher getragen.
  • Socken: Schuhe immer mit den Arbeitssocken anprobieren, die auch später getragen werden.
  • Komfort: Auf ausreichenden Zehenfreiraum achten (ca. 1 cm), Ferse sollte fest sitzen, ohne zu reiben. Der Schuh sollte nicht drücken oder einengen.
  • Laufen: Nach dem Anziehen einige Schritte gehen, Treppen steigen, um das Laufgefühl zu testen.
  • Tageszeit: Füße schwellen im Laufe des Tages an. Eine Anprobe am Nachmittag gibt ein realistischeres Bild der Passform.

Orthopädische Anforderungen

Immer mehr Mitarbeitende benötigen spezielle Einlagen oder haben orthopädische Fußprobleme. Hier ist zu beachten:

  • Zertifizierte Sicherheitsschuhe: Sicherheitsschuhe sind als geprüfte PSA (Persönliche Schutzausrüstung) zertifiziert. Jede Veränderung an der Sohlenkonstruktion (z.B. durch nicht zertifizierte Einlagen) kann diese Zertifizierung und somit den Schutz aufheben!
  • Orthopädische Einlagen nach DGUV Regel 112-191: Wenn Mitarbeitende orthopädische Einlagen benötigen, müssen diese speziell für den jeweiligen Sicherheitsschuh durch einen zertifizierten Orthopädieschuhmacher gefertigt und in Kombination mit dem Schuh geprüft sein. Nur so bleibt die Schutzfunktion erhalten. Viele Hersteller bieten Modelle an, die für solche Anpassungen freigegeben sind.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Kann ich meine normalen Einlagen in Sicherheitsschuhen tragen?

Nein, das ist nicht empfehlenswert und kann die Schutzwirkung des Sicherheitsschuhs aufheben. Die Sohlenkonstruktion eines Sicherheitsschuhs ist ein integraler Bestandteil seiner Zertifizierung. Wenn orthopädische Einlagen benötigt werden, müssen diese gemäß DGUV Regel 112-191 speziell für den jeweiligen Sicherheitsschuh angefertigt und in Kombination mit ihm baumustergeprüft sein. Wende dich an den Arbeitgeber oder einen zertifizierten Orthopädieschuhmacher.

2. Wie lange halten Sicherheitsschuhe in der Regel?

Die Lebensdauer hängt stark von der Beanspruchung, den Arbeitsbedingungen und der Pflege ab. Bei täglichem Gebrauch und guter Pflege können Qualitätsschuhe ein bis zwei Jahre halten. Bei extremen Bedingungen oder sichtbaren Schäden müssen sie früher ersetzt werden. Die Schutzfunktion wird durch Materialermüdung und Abnutzung beeinträchtigt. Eine regelmäßige Sichtprüfung ist daher wichtig.

3. Muss mein Arbeitgeber mir Sicherheitsschuhe zur Verfügung stellen?

Ja, wenn die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass Sicherheitsschuhe zum Schutz deiner Füße erforderlich sind, ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, dir diese kostenlos zur Verfügung zu stellen. Die Kosten hierfür darf der Arbeitgeber nicht auf die Mitarbeitenden umlegen.

4. Sind leichtere Sicherheitsschuhe weniger sicher?

Nein, nicht unbedingt. Moderne Materialien wie Composite-Zehenschutzkappen oder Textil-Durchtrittsschutzlagen bieten ein geringeres Gewicht bei gleicher oder sogar verbesserter Schutzwirkung im Vergleich zu älteren Modellen mit Stahlkappen und -sohlen. Die Schutzklasse (z.B. S3) bleibt unabhängig vom Material der Schutzelemente bestehen.

5. Woran erkenne ich einen guten Sicherheitsschuh?

Ein guter Sicherheitsschuh erfüllt alle relevanten Normen (EN ISO 20345), ist passend für die Tätigkeit, bietet einen hohen Tragekomfort und ist aus hochwertigen Materialien gefertigt. Achte auf das CE-Zeichen und die Angabe der Schutzklasse auf dem Schuh selbst oder dem Etikett. Markenhersteller bieten zudem oft detaillierte Produktbeschreibungen und Zertifikate an.

FAQs

Welche Sicherheitsschuhe sind für welche Tätigkeiten geeignet?

Für verschiedene Tätigkeiten gibt es spezielle Sicherheitsschuhe. Zum Beispiel sind S3-Sicherheitsschuhe mit durchtrittsicherer Sohle und Zehenschutzkappe ideal für Baustellen und handwerkliche Arbeiten, während S1P-Sicherheitsschuhe mit leichter Durchtrittsicherheit und Zehenschutzkappe für leichte Industriearbeiten geeignet sind.

Welche Sicherheitsstandards sollten die Schuhe erfüllen?

Die Sicherheitsschuhe sollten mindestens den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, die in der Europäischen Norm EN ISO 20345 festgelegt sind. Zusätzlich können branchenspezifische Anforderungen gelten, die du beachten solltest.

Wie finde ich die richtige Passform für Sicherheitsschuhe?

Es ist wichtig, dass die Sicherheitsschuhe gut passen, um Komfort und Schutz zu gewährleisten. Achte darauf, dass die Schuhe nicht zu eng oder zu weit sind und dass sie ausreichend Unterstützung und Polsterung bieten.

Wie pflege ich meine Sicherheitsschuhe richtig?

Um die Lebensdauer deiner Sicherheitsschuhe zu verlängern, solltest du sie regelmäßig reinigen und pflegen. Verwende geeignete Reinigungs- und Pflegemittel und achte darauf, dass die Schuhe trocken gelagert werden.

Wann sollte ich meine Sicherheitsschuhe ersetzen?

Sicherheitsschuhe sollten regelmäßig auf Verschleiß und Beschädigungen überprüft werden. Wenn die Schuhe nicht mehr den erforderlichen Schutz bieten oder deutliche Abnutzungserscheinungen zeigen, solltest du sie ersetzen.

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