Pyrolon – die sekundäre FR-Schutzkleidung von Lakeland
In der Petrochemie, Raffinerieindustrie und in chemischen Produktionsanlagen stellt die Kombination aus Brandgefahr und Chemikalienexposition eine der anspruchsvollsten Herausforderungen im Arbeitsschutz dar. Herkömmliche Einwegschutzkleidung schützt entweder gegen Chemikalien oder gegen Flammen – aber selten beides. Pyrolon von Lakeland Fire + Safety schließt genau diese Lücke.
Primäre und sekundäre FR-Kleidung: ein wichtiger Unterschied
Bevor wir in die Produktlinie einsteigen, lohnt sich eine Begriffsklärung – denn sie ist entscheidend für das richtige Verständnis des Schutzkonzepts.
Primäre FR-Kleidung (zertifiziert nach EN 11612) ist darauf ausgelegt, den Träger direkt vor Hitze und Flammen zu schützen. Sie besteht aus schwer entflammbaren Gewebematerialien wie FR-Baumwolle, Para-Aramid (z. B. Nomex) oder Pyrovatex-Fasern.
Sekundäre FR-Kleidung hingegen ist dafür konzipiert, über der primären FR-Kleidung getragen zu werden. Sie schützt primär vor anderen Gefahrenquellen – hauptsächlich chemischen – trägt dabei aber selbst flammhemmende (FR) Eigenschaften. Der entscheidende Punkt: Sie darf den primären Flammschutz nicht beeinträchtigen. Genau hier versagen viele herkömmliche Chemikalienanzüge.
Das Problem mit Standard-Einwegkleidung

Klassische Einwegschutzanzüge und Chemieschutzoveralls bestehen in der Regel aus polymerbasierten Materialien – und Polymere sind brennbar. Im Falle einer Stichflamme (Flash Fire) entzündet sich das Material, brennt weiter und überträgt die Hitzeenergie auf die Haut des Trägers. Noch schwerwiegender: Das brennende Material beeinträchtigt die darunter liegende primäre FR-Kleidung und verstärkt die Körperbrandverletzungen erheblich.
Thermo-Mannequin-Tests nach PyroMan™-Verfahren (ASTM F1930) liefern erschreckende Zahlen:
- Nur primäre FR-Kleidung (TPG): 37 % vorhergesagter Körperbrand (ausschließlich 2. Grades)
- TPG + Standard PP/PE-Einwegoverall: 53 % vorhergesagter Körperbrand (2. und 3. Grades)
- TPG + Pyrolon CRFR: nur 24 % vorhergesagter Körperbrand (ausschließlich 2. Grades)
Das Ergebnis ist eindeutig: Das Hinzufügen eines nicht-FR-zertifizierten Schutzoveralls erhöht das Verbrennungsrisiko – Pyrolon hingegen reduziert es signifikant.
Selbstverlöschend statt schmelzend: die Technologie hinter Pyrolon

Der wesentliche Unterschied zu polymer-basierten Schutzanzügen liegt im Ausgangsmaterial: Pyrolon-Produkte basieren auf Zellstofftechnologie (Viskoserayon), nicht auf Kunststoffpolymeren. Das bedeutet:
- Das Material entzündet sich nicht und brennt nicht weiter
- Bei Hitzeeinwirkung verkohlt es – das Brennen stoppt, sobald die Zündquelle entfernt wird
- Es überträgt keine zusätzliche Hitzeenergie auf die darunter liegende Schutzkleidung
Diese Eigenschaft macht Pyrolon nach EN ISO 14116:2015 (begrenzte Flammausbreitung, Index 1) zertifizierbar. Alle Varianten der Produktlinie erfüllen dabei sämtliche normativen Anforderungen – vollständig, nicht nur teilweise.
Die Pyrolon-Produktlinie im Überblick
Lakeland bietet die Pyrolon-Range in vier Varianten an, die sich je nach Schutzklasse und Einsatzbereich unterscheiden:
Pyrolon Plus 2 – Typ 5 & 6, leichte Einwegkleidung
Das Einstiegsmodell der Serie: 75 gsm, Spunlaced-Holzzellstoff mit FR-Behandlung, atmungsaktiv, genähte Nähte. Ideal für Umgebungen mit geringer Chemikaliengefährdung, bei denen gleichzeitig FR-Schutz gefordert ist. Zertifiziert nach EN ISO 13982-1 (Typ 5) und EN ISO 13034 (Typ 6). Thermo-Mannequin-Testdaten belegen eine Reduzierung des vorhergesagten Gesamtkörperbrands von 49,18 % auf 11,48 %, wenn Pyrolon Plus 2 über einer primären FR-Kleidung getragen wird – eine Reduktion um 37,7 Prozentpunkte.
Pyrolon XT – Typ 5 & 6, erhöhte Reißfestigkeit
Die robustere Variante für anspruchsvollere Arbeitsbedingungen: 100 gsm, ebenfalls Zellstoffbasis, jedoch mit zusätzlichem Ripstop-Scrim-Gewebe für erhöhte Reißfestigkeit (MD 64 N / CD 43 N). Atmungsaktiv, genähte Nähte, antistatische Eigenschaften nach EN 1149-5.
Pyrolon CRFR – Typ 3 & 4, Chemikalienbarriere bei geringer bis mittlerer Gefährdung
Für Einsätze mit Chemikalienexposition mittlerer Gefährdungsstufe: Das CRFR (Chemical Resistant, Flame Retardant) basiert auf einem 176-gsm-Laminat aus FR-PVC-Barrierefilm auf einem Viskoserayon-Vliessubstrat. Die versiegelten, überklebten Nähte sowie der Doppelreißverschluss mit Abdeckblenden sorgen für zuverlässige Abdichtung. Zertifiziert nach EN 14605 Typ 3 und Typ 4 sowie EN ISO 13982-1 Typ 5. ISO 6529-Permeationstests zeigen Klasse-6-Performance (höchste Klasse) für Methylchlorid, Schwefelsäure (60 %), Methanol (50 %) und Natriumhydroxid (40 %).
Pyrolon CBFR – Typ 3 & 4, höchste Chemikaliengefährdung + primärer FR-Schutz
Die Premium-Variante der Linie erfüllt als einzige Variante zusätzlich EN 11612 – den Standard für primären Flammschutz (A1/C1). Das bedeutet: Der CBFR schützt nicht nur als sekundäre FR-Kleidung, sondern kann unter definierten Bedingungen auch als primärer Flammschutz eingesetzt werden. Entwickelt für Umgebungen mit höchster Chemikaliengefährdung, ebenfalls mit versiegelten, überklebten Nähten.
Warum günstigere FR-SMS-Alternativen oft kein echtes Plus sind
Auf dem Markt existieren sogenannte FR-SMS-Anzüge zu niedrigen Preisen – Produkte wie 3M 4530, DuPont ProShield 20 SFR oder Ansell 1500 Plus FR. Sie bestehen aus SMMS-Gewebe mit FR-Behandlung. Was auf den ersten Blick nach einer kostengünstigen Alternative aussieht, offenbart im Test klare Schwächen:
- Ansell- und 3M-Versionen „entsprechen“ den Anforderungen nach EN 14116 – sie sind jedoch nicht zertifiziert
- DuPont-Versionen sind nur teilweise zertifiziert
- Thermo-Mannequin-Tests zeigen kaum Unterschied im Körperbrandschutz zwischen nicht-FR und FR-behandelten SMS-Materialien
Das Fazit aus unabhängigen Vergleichstests, die Lakeland in Auftrag gegeben hat: FR-SMS-Anzüge erzielen 20,5 % (Standard SMS) bzw. 19,6 % (FR SMS) vorhergesagten Körperbrand – bei Pyrolon XT sind es 8,2 %, bei Pyrolon Plus 2 nur 7,4 %. Der Unterschied ist erheblich und potenziell lebensrettend.
Fazit: Pyrolon als Standard für Raffinerie und Petrochemie
Pyrolon bietet als einzige vollständig nach EN 14116 zertifizierte Produktlinie für sekundäre FR-Schutzkleidung eine nachweislich höhere Schutzwirkung als alle marktüblichen Alternativen. Wer in der Petrochemie, Raffinerie oder chemischen Industrie sowohl FR-Schutz als auch Chemikalienbarriere benötigt, sollte auf eine Schutzlösung setzen, die beide Anforderungen ohne Kompromisse erfüllt – und dabei den primären Flammschutz nicht untergräbt, sondern stärkt.
Pyrolon sollte der absolute Standard für jede Petrochemie-Anlage und Raffinerie weltweit sein. — Lakeland Fire + Safety
