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Stretch in der Schutzkleidung: Warum Bewegungsfreiheit auch im Multinorm-Bereich wichtiger wird

Schutzkleidung muss im Arbeitsalltag viele Anforderungen gleichzeitig erfüllen. Sie soll zuverlässig schützen, normkonform ausgestattet sein, im besten Fall lange halten und gleichzeitig so tragbar bleiben, dass sie über den Tag hinweg nicht zur zusätzlichen Belastung wird. Gerade in Bereichen, in denen Beschäftigte sich häufig bewegen, knien, bücken, steigen oder zwischen unterschiedlichen Arbeitssituationen wechseln, gewinnt deshalb ein Aspekt zunehmend an Bedeutung: Bewegungsfreiheit. Das zeigt sich auch daran, dass Hersteller im Multinorm-Bereich inzwischen stärker auf Hybridkonzepte und Stretchzonen setzen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist BP® | Bierbaum-Proenen GmbH & Co. KG Multi Protect Plus Hybrid.

Im Mittelpunkt des Konzepts steht die Verbindung aus Schutzfunktion, Strapazierfähigkeit und Tragekomfort. Laut Kollektionsübersicht beschreibt BP® den Multinorm-Hoodie als schützend, strapazierfähig und bequem. Gleichzeitig wird bei der leichten Multinorm-Hybrid-Hose besonders hervorgehoben, dass der Materialmix maximale Bewegungsfreiheit, hohen Tragekomfort und extreme Langlebigkeit zusammenbringen soll. Der Ansatz dahinter ist klar: Schutzkleidung soll nicht nur normgerecht sein, sondern sich stärker an den realen Bewegungsabläufen im Arbeitsalltag orientieren.

Interessant ist dabei vor allem die Hybrid-Idee. Bei der Hose kombiniert BP® nach eigenen Angaben Superstretch mit robustem Gewebe. Strategisch platzierte Stretchelemente sollen für Entlastung im Arbeitsalltag sorgen. Genannt werden dabei insbesondere Stretchbereiche im Bund, am Gesäß, im Schritt und an den Knievorderseiten. Aus funktionaler Sicht ist das nachvollziehbar: Genau dort entstehen im Arbeitsalltag häufig Bewegungen und Belastungen, bei denen starre Materialien schnell als störend empfunden werden können. Wenn Schutzkleidung an diesen Punkten mehr Flexibilität bietet, kann das die Alltagstauglichkeit deutlich verbessern.

Für Fachkräfte für Arbeitssicherheit ist dieser Ansatz aus mehreren Gründen relevant. In der Praxis entscheidet nicht allein die Schutzwirkung über die Akzeptanz von Kleidung, sondern auch das Trageverhalten über längere Zeiträume. Kleidung, die bei häufigem Bücken, Knien oder Steigen als unbequem wahrgenommen wird, stößt im Alltag oft schneller an Grenzen. Wenn Hersteller deshalb versuchen, Schutzfunktionen und Beweglichkeit stärker miteinander zu verbinden, ist das keine reine Komfortfrage, sondern auch eine Frage der tatsächlichen Nutzbarkeit im Arbeitsprozess.

Normativ ist die Kollektion klar im Schutzbereich verortet. Der Multinorm-Hoodie wird mit EN ISO 11612, EN 1149-5 und EN 61482-2 ausgewiesen. Zudem wird ein APC-1-Wert sowie ein ATPV von 11 cal/cm² genannt. Die leichte Warnschutz-Multinorm-Hybrid-Hose ist ebenfalls nach EN ISO 11612, EN 1149-5 und EN 61482-2 gekennzeichnet, zusätzlich aber auch nach EN 14404 und EN ISO 20471 Klasse 1. Für die Hose wird APC 1 sowie ein ATPV von 7,1 cal/cm² angegeben. Damit wird deutlich, dass sich das Thema Bewegungsfreiheit hier nicht außerhalb des Schutzbereichs bewegt, sondern innerhalb eines normativ anspruchsvollen Umfelds.

Auch die Materialangaben zeigen, dass unterschiedliche Anforderungen zusammengeführt werden sollen. Für den Hoodie nennt BP® eine Mischung aus 53 Prozent Modacryl, 44 Prozent Baumwolle und 3 Prozent sonstigen Fasern bei rund 375 g/m². Die Hybrid-Hose besteht laut Übersicht aus 35 Prozent Aramid, 30 Prozent Modacryl, 25 Prozent Baumwolle, 9 Prozent Polyamid und 1 Prozent sonstigen Fasern bei rund 245 g/m². Schon daran lässt sich erkennen, dass nicht einfach auf ein einziges Material gesetzt wird, sondern auf einen differenzierten Aufbau, der Schutz, Tragekomfort und Belastbarkeit in Einklang bringen soll.

Auffällig ist außerdem, dass BP® den Hoodie bewusst in eine modernere Form bringt. Ein Hoodie im Multinorm-Bereich zeigt, dass Schutzkleidung heute nicht mehr nur als klassische Funktionsbekleidung gedacht wird, sondern auch stärker mit Blick auf Passform, Alltagstauglichkeit und Akzeptanz entwickelt wird. Gerade dieser Punkt kann für Betriebe relevant sein, denn Schutzkleidung wird in der Praxis nur dann dauerhaft akzeptiert, wenn sie Schutzfunktion und Trageeigenschaften sinnvoll verbindet. Auf Seite 2 der Übersicht wird diese Kombination auch visuell klar betont: Der Hoodie wird als flexibles und bequemes Schutzteil dargestellt, während bei der Hose gezielt die Beweglichkeit in typischen Arbeitshaltungen und dynamischen Bewegungen in Szene gesetzt wird.

Darüber hinaus verweist BP® auch auf Nachhaltigkeitsaspekte. In der Übersicht wird Nachhaltigkeit als Teil der BP® Qualität genannt, zusammen mit Sicherheit, Tragekomfort, Funktion, Waschbarkeit, Design sowie Service und Lieferfähigkeit. Zusätzlich wird erläutert, dass die beim Druck entstandenen CO2-Emissionen berechnet und über ein Klimaschutzprojekt kompensiert wurden und dass auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt wurde. Für die Einordnung der Kollektion selbst ist das nicht der Kernpunkt, zeigt aber, dass Hersteller ihre Schutzkleidung inzwischen zunehmend in einen breiteren Qualitäts- und Nachhaltigkeitskontext stellen.

Für Unternehmen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit bleibt am Ende vor allem eine Entwicklung interessant: Schutzkleidung wird differenzierter. Wo früher oft vor allem Robustheit und Normerfüllung im Vordergrund standen, rücken heute stärker Fragen nach Beweglichkeit, ergonomischer Passform und tatsächlicher Tragbarkeit im Arbeitsalltag in den Fokus. BP® Multi Protect Plus Hybrid steht damit exemplarisch für eine Richtung, in die sich moderne Schutzkleidung weiterentwickelt: weg von starren Lösungen, hin zu Konzepten, die Schutz und Bewegungsfreiheit enger zusammendenken.