Wer Arbeitskleidung für eine Belegschaft an mehreren Standorten oder mit hoher Fluktuation beschafft, kennt das Problem: Die richtige Größe zum richtigen Mitarbeiter zu bringen, ist selten eine Frage der Datenerfassung an sich – sondern ein logistisches Problem, das durch sie entsteht. Der klassische Weg über Anprobetermine vor Ort skaliert nicht, sobald mehrere Standorte, Schichten oder häufige Neueinstellungen im Spiel sind.
Drei gängige Methoden – und warum sie an ihre Grenzen stoßen
- Selbstauskunft: Mitarbeitende geben ihre Größe selbst an. Die Diskrepanz zur tatsächlichen Konfektionsgröße liegt in industriellen Messprogrammen häufig bei zwei bis drei Größen – mit einer Fehlerquote von 25 bis 40 Prozent als Richtwert, nicht als Ausnahme.
- Größentabellen: Etwas strukturierter, aber im Kern dasselbe Problem – sie bilden den statistischen Durchschnitt ab, nicht die individuelle Körperform, Stoffelastizität oder Passform des jeweiligen Kleidungsstücks.
- Vor-Ort-Termine: Liefern höhere Messqualität, sind aber bei verteilten oder häufig wechselnden Teams kaum wirtschaftlich durchführbar – und die Daten veralten zwischen den Terminen.
Was digitale Körpervermessung liefert
Browserbasierte Software zur Körpervermessung (Anbieter: Esenca Sizing) nutzt maschinelles Lernen und Computer Vision, um aus zwei Smartphone-Fotos – von vorne und von der Seite – über 100 Körpermaße zu extrahieren, in weniger als 60 Sekunden pro Person. Es ist kein App-Download nötig, die Messwerte richten sich nach ISO 8559-1:2017 und werden per API direkt in Bestell- oder HR-Systeme übergeben.
Im Praxiseinsatz bei Mewa Textil-Service erreichte das Verfahren nach eigenen Angaben eine Trefferquote von 97 Prozent bei der ersten Anprobe – bei 300 Messungen pro Tag und Gerät, im laufenden Betrieb und nicht unter Testbedingungen. Mewa hat die Einführung mittlerweile auf alle deutschen Standorte ausgeweitet, eine europaweite Ausrollung ist bis Ende 2026 geplant.
Worauf es bei der Auswahl einer Lösung ankommt
- Browserbasiert statt App-Pflicht, um Akzeptanzhürden zu vermeiden
- Ausreichende Messtiefe (mindestens Brust-, Taillen-, Hüftumfang, Innenbein-, Ärmel- und Beinlänge)
- Validierte Genauigkeitsdaten aus realen Programmen, nicht nur aus Testumgebungen
- API-Integration in bestehende ERP-/HR-Systeme
- DSGVO-konforme Verarbeitung der Körpermessdaten, im Fall von Esenca Sizing durch KPMG geprüft
Quelle: Esenca Sizing – Größenbestimmung für Arbeitskleidung im Homeoffice
