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Fristads treibt den PFAS-Ausstieg in der Arbeitskleidung voran

1. Oktober 2026 • Fristads

99 Prozent des Fristads-Arbeitskleidungssortiments sind ohne absichtlich zugesetzte PFAS oder in der Umstellung. Damit macht das Unternehmen den geplanten Ausstieg zu einem breiten Sortimentsthema. Für Einkauf, Arbeitsschutz und Nachhaltigkeitsverantwortliche folgt daraus eine konkrete Aufgabe: Der aktuelle Status des jeweiligen Produktmodells sollte auf der Fristads-Website geprüft und gemeinsam mit den Anforderungen des vorgesehenen Einsatzbereichs bewertet werden.

Was die 99-Prozent-Angabe genau bedeutet

Redaktionelle Originalaufnahme von Fristads-Arbeitskleidung; der Produktstatus ist aus dem Bild nicht ableitbar
Redaktionelles Originalbild von Fristads. Die Sortimentsangabe umfasst Produkte ohne absichtlich zugesetzte PFAS oder in der Umstellung; der Status einzelner abgebildeter Modelle lässt sich aus dem Bild nicht ableiten.

Die zentrale Zahl aus der Pressemitteilung Fristads Germany vom 01.10.2026 umfasst zwei Gruppen: Produkte, die bereits ohne absichtlich zugesetzte PFAS angeboten werden, und Produkte, die sich noch in der Umstellung befinden. Die Angabe darf deshalb nicht mit einem bereits vollständig abgeschlossenen Ausstieg gleichgesetzt werden.

Fristads führt nach eigener Aussage keine neuen Produkte mehr ein, die absichtlich zugesetzte PFAS enthalten. Die verbleibenden Produkte sollen entweder durch Alternativen ersetzt oder vollständig aus dem Sortiment genommen werden. Für die Beschaffung entsteht dadurch eine Übergangssituation: Der allgemeine Sortimentsstand gibt Orientierung, ersetzt aber nicht die Prüfung des einzelnen Modells.

Diese Differenzierung ist besonders bei Rahmenverträgen, Nachbestellungen und der Standardisierung von Ausstattung wichtig. Produkte ohne absichtlich zugesetzte PFAS und Produkte in der Übergangsphase können vorübergehend Teil desselben Sortiments sein. Vollständige Produktbezeichnung, Variante und ausgewiesener Status sollten deshalb in der Beschaffungsdokumentation festgehalten werden.

Warum PFAS in Arbeitskleidung eingesetzt werden

PFAS steht für Per- und Polyfluoralkylsubstanzen. Aufgrund ihrer Beständigkeit werden sie häufig auch als „ewige Chemikalien“ bezeichnet. In bestimmten Arten von Arbeitskleidung kommen sie unter anderem zum Einsatz, um Materialien wasser-, öl- und schmutzabweisend zu machen oder ihre Beständigkeit gegenüber Chemikalien zu unterstützen.

Entsprechende Anwendungen finden sich laut Pressemitteilung insbesondere in Warnschutzkleidung, Regenbekleidung und Schutzkleidung. Damit betrifft die Umstellung auch Produktbereiche, in denen Funktion und Schutz eine zentrale Rolle spielen. Die Auswahl einer Alternative kann daher nicht losgelöst von der vorgesehenen Tätigkeit, der Arbeitsumgebung und den konkreten Anforderungen erfolgen.

PFAS lassen sich nur schwer abbauen und reichern sich laut Mitteilung in Boden, Wasser und Lebewesen an. Fristads nennt deshalb vor allem die Umweltauswirkungen während Produktion, Nutzung und Entsorgung als Anlass für den Ausstieg. Zugleich stellt die Pressemitteilung klar, dass PFAS-haltige Kleidungsstücke als sicher im Tragen gelten. Die Initiative ist somit nicht als Warnung vor dem Tragen vorhandener Bekleidung zu verstehen, sondern als schrittweise Veränderung des künftigen Sortiments.

Die Umstellung reicht bis in anspruchsvolle Produktbereiche

Fristads hat nach eigener Darstellung in den vergangenen Jahren eng mit Lieferanten zusammengearbeitet, um für alle Produktkategorien Alternativen ohne absichtlich zugesetzte PFAS zu entwickeln. Dabei handelt es sich um eine Selbstauskunft des Unternehmens. Produktspezifische Prüfwerte oder pauschale Nachweise für sämtliche Modelle werden in der Mitteilung nicht genannt.

Der Prozess umfasst auch einige flammhemmende Kleidungsstücke. Bei diesen galten PFAS bislang als unverzichtbar, um vor bestimmten Chemikalien auf Ölbasis zu schützen. Gerade dieser Bereich verdeutlicht, warum ein pauschaler Austausch in der professionellen Beschaffung nicht ausreicht: Anforderungen können sich je nach Tätigkeit, Gefährdung und Arbeitsumgebung erheblich unterscheiden.

Lisa Rosengren, Managerin für Nachhaltigkeit und Rohstoffe bei Fristads, erklärt in der Mitteilung sinngemäß, dass Sicherheit an erster Stelle stehe. Nach Bewertung der Einsatzumgebungen sei das Unternehmen zuversichtlich, dass Ausrüstungen ohne absichtlich zugesetzte PFAS den Anforderungen der Kunden gerecht würden. Diese Aussage beschreibt die Position von Fristads; sie ist keine pauschale Garantie dafür, dass jede bisherige Eigenschaft bei jedem einzelnen Produktmodell unverändert bleibt.

Für Anwenderunternehmen bleibt die konkrete Auswahlentscheidung deshalb anforderungsbezogen. Der angegebene Status ist ein relevantes Beschaffungsmerkmal, ersetzt jedoch weder die betriebliche Gefährdungsbeurteilung noch die Prüfung der für den jeweiligen Einsatz erforderlichen Produkteigenschaften.

Warum Fristads schrittweise umstellt

Redaktionelle Originalaufnahme von Fristads-Arbeitskleidung zur Illustration der Übergangsphase
Die schrittweise Umstellung soll laut Fristads ermöglichen, bereits produzierte Materialien und Kleidungsstücke zu nutzen und Abfall zu minimieren. Das Bild dient ausschließlich der Illustration.

Der Ausstieg erfolgt bewusst nicht durch die sofortige Entsorgung aller bereits produzierten Materialien und Kleidungsstücke. Fristads will vorhandene Bestände weiter nutzen und dadurch Abfall minimieren. Während dieser Übergangsphase kann es deshalb ein gemischtes Sortiment geben: Einige Produkte werden ohne absichtlich zugesetzte PFAS angeboten, während sich andere noch in der Übergangsphase befinden.

Der Ansatz verbindet nach Darstellung des Unternehmens zwei Ziele. Einerseits sollen absichtlich zugesetzte PFAS aus dem künftigen Sortiment entfernt werden. Andererseits sollen bereits hergestellte Produkte und Materialien nicht allein aufgrund der laufenden Umstellung verworfen werden. Für Einkaufsabteilungen bedeutet das, dass der Status einer Produktgruppe nicht automatisch auf jedes zugehörige Modell, jede Variante oder jeden vorhandenen Bestand übertragen werden kann.

Auch Nachbestellungen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Wer über längere Zeiträume identische Ausstattungen beschafft, sollte bei jeder Bestellung kontrollieren, welcher Status für das konkrete Modell und die ausgewählte Variante angegeben ist. Im Verlauf der Umstellung können sich Statusangaben ändern. Eine frühere Dokumentation ersetzt daher nicht die aktuelle Prüfung.

Produktstatus wird laut Fristads online ausgewiesen

Redaktionelle Originalaufnahme von Fristads-Arbeitskleidung; Status bitte auf der jeweiligen Produktseite prüfen
Für die Beschaffung ist die aktuelle Kennzeichnung des konkreten Produktmodells maßgeblich. Aus dem Bild selbst lässt sich kein Status ableiten.

Als zentrale Orientierung nennt Fristads die Kennzeichnung auf Produktebene. Nach Angaben in der Pressemitteilung wird jedes Produktmodell auf der offiziellen Fristads-Website entweder als „ohne absichtlich zugesetzte PFAS“ oder als „in der Übergangsphase“ gekennzeichnet. Im vorliegenden allgemeinen Website-Auszug waren keine konkreten Beispiele einzelner Produktseiten sichtbar. Die jeweilige Kennzeichnung sollte deshalb vor Veröffentlichung, Verlinkung oder Beschaffung direkt beim ausgewählten Modell geprüft werden.

Für die Beschaffung empfiehlt sich ein klarer Prüfweg: Zunächst wird der vorgesehene Einsatzbereich mit seinen Anforderungen definiert. Anschließend werden geeignete Modelle ausgewählt und deren aktueller Status kontrolliert. Danach können Verfügbarkeit, Größenlauf, Varianten und organisatorische Anforderungen in die Entscheidung einfließen.

Prüfpunkte für Einkauf und Arbeitsschutz

  • Ist das konkrete Produktmodell als „ohne absichtlich zugesetzte PFAS“ oder „in der Übergangsphase“ gekennzeichnet?
  • Passt das Modell zu Tätigkeit, Arbeitsumgebung und betrieblicher Gefährdungsbeurteilung?
  • Wurde der Status zusammen mit der vollständigen Modell- und Variantenbezeichnung dokumentiert?
  • Ist bei Nachbestellungen eine erneute Statusprüfung vorgesehen?
  • Sind Einkauf, Arbeitsschutz und Nachhaltigkeitsverantwortliche über die Übergangsphase informiert?

Diese Vorgehensweise hilft, Missverständnisse zu vermeiden. Insbesondere darf der Status „in der Übergangsphase“ nicht wie ein bereits abgeschlossener Wechsel behandelt werden. Ebenso lässt sich der Status eines abgebildeten oder ähnlich benannten Kleidungsstücks nicht auf ein konkretes Produktmodell übertragen.

Sicherheit, Haltbarkeit und Leistung richtig einordnen

Fristads bezeichnet die Initiative als Teil seines langfristigen Engagements, die Umweltbelastung durch Arbeitskleidung zu reduzieren, ohne Abstriche bei Sicherheit, Haltbarkeit oder Leistung zu machen. Das ist eine offizielle Unternehmensposition aus der Pressemitteilung und keine unabhängig geprüfte Feststellung für jedes einzelne Produktmodell.

Petra Öberg Gustafsson, Geschäftsführerin von Fristads, erklärt sinngemäß, dass die Arbeitskleidung sicher zu tragen sei, die ökologischen Kosten der Chemikalien aus Sicht des Unternehmens jedoch zu hoch seien. Ein verantwortungsvoller Ausstieg werde deshalb als einzige Option gesehen.

Für Fachverantwortliche ist diese Einordnung wichtig: Der Status ist ein zusätzliches Auswahlkriterium, aber kein Ersatz für die funktions- und risikobezogene Produktauswahl. Je anspruchsvoller die Arbeitsumgebung, desto genauer müssen die Eigenschaften des konkreten Modells mit der Gefährdung und dem vorgesehenen Gebrauch abgeglichen werden.

Die Kennzeichnung kann zugleich mehr Transparenz für Nachhaltigkeitsziele und Lieferantengespräche schaffen. Unternehmen können damit nachvollziehen, welche Modelle laut Fristads bereits ohne absichtlich zugesetzte PFAS angeboten werden und welche sich noch in der Übergangsphase befinden. Eine bereits gemessene oder quantifizierte Verringerung der Umweltbelastung nennt die Mitteilung nicht. Die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks bleibt das erklärte Ziel der Initiative.

Fazit: Der Status des konkreten Modells entscheidet

Der von Fristads angekündigte Ausstieg ist noch nicht vollständig abgeschlossen: 99 Prozent des Arbeitskleidungssortiments sind ohne absichtlich zugesetzte PFAS oder in der Umstellung. Neue Produkte mit absichtlich zugesetzten PFAS werden nach Unternehmensangaben nicht mehr eingeführt. Verbleibende Produkte sollen durch Alternativen ersetzt oder aus dem Sortiment genommen werden.

Für die betriebliche Praxis zählt deshalb der Blick auf das konkrete Produktmodell. Verantwortliche sollten den von Fristads ausgewiesenen Status auf der Website prüfen, ihn zusammen mit der vollständigen Modellbezeichnung dokumentieren und mit den Anforderungen des Einsatzbereichs verbinden. Ergänzende Informationen zur Marke und zum Sortiment bietet das Fristads-Anbieterprofil auf PSA.PAGE®.