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Fristads erzielt Durchbruch bei antimonfreien flammhemmenden Fasern

1. Juli 2026 Fristads

Flammhemmende Schutzkleidung gehört zu den anspruchsvollsten Produktbereichen innerhalb der persönlichen Schutzausrüstung. Sie muss zuverlässig vor Hitze, Flammen und Lichtbögen schützen und gleichzeitig hohe Anforderungen an Tragekomfort, Haltbarkeit und Qualität erfüllen. Fristads zeigt nun, dass auch in dieser technisch komplexen Kategorie mehr Nachhaltigkeit möglich ist.

In der Frühjahrsausgabe 2026 der Fachzeitschrift Health and Safety International wird Fristads für seine Rolle bei der Entwicklung einer neuen Generation flammhemmender Fasern vorgestellt. Im Mittelpunkt steht eine antimonfreie Faser, die teilweise aus recycelten Chemikalien hergestellt werden kann. Damit stellt Fristads gemeinsam mit seinen Partnern eine langjährige Abhängigkeit der Branche infrage.

Flammhemmende Bekleidung ist ein zentraler Bestandteil der PSA für Arbeitsbereiche mit erhöhten Risiken durch Hitze, Flammen oder Lichtbögen. Gleichzeitig zählen die dafür eingesetzten Materialien zu den besonders anspruchsvollen Lösungen in der Arbeitskleidung. Bisher wurden häufig Fasern und chemische Komponenten verwendet, die aus Nachhaltigkeitssicht problematisch sein können, aber aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen nur schwer zu ersetzen waren.

Antimonfreie Faser als wichtiger Schritt für nachhaltigere PSA

Die HSI-Fallstudie zeigt, wie Fristads gemeinsam mit dem Chemiehersteller Kaneka und dem Faservertriebsunternehmen Waxman Fibres an einer Alternative zu antimonhaltigen flammhemmenden Fasern gearbeitet hat. Antimon wird häufig in Fasern wie Modacryl eingesetzt, steht jedoch zunehmend im Fokus von Umwelt- und Lieferkettenfragen.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist Protex F: eine antimonfreie, flammhemmende Faser, die denselben zertifizierten Schutz bieten soll wie herkömmliche Lösungen. Zusätzlich kann die Faser unter Verwendung recycelter Chemikalien aus Kunststoff- und Textilabfällen hergestellt werden. Dadurch lässt sich die Abhängigkeit von neuen Rohstoffen reduzieren.

„Die Entwicklung nachhaltigerer Alternativen in dieser Kategorie galt lange Zeit als nahezu unmöglich. Aber durch die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern und unser Engagement für Veränderungen haben wir gezeigt, dass es möglich ist.“

Petra Öberg Gustafsson, Geschäftsführerin bei Fristads

Für die Branche ist das ein bedeutender Schritt. Während recycelte Materialien in klassischer Arbeitskleidung bereits häufiger eingesetzt werden, ist ihre Integration in hochleistungsfähige Schutzkleidung deutlich schwieriger. Der Grund: Bei PSA darf es keine Kompromisse bei Sicherheit, Normerfüllung und Leistungsfähigkeit geben.

Sicherheit bleibt die wichtigste Grundlage

Gerade bei flammhemmender Multinorm-Bekleidung steht die Schutzfunktion immer an erster Stelle. Nachhaltigere Materialien müssen deshalb dieselben Anforderungen erfüllen wie etablierte Lösungen. Für Fristads bestand die zentrale Herausforderung darin, die Umweltbilanz zu verbessern, ohne Abstriche bei Schutz, Haltbarkeit oder Komfort zu machen.

„Bei PSA steht Sicherheit immer an erster Stelle. Die Herausforderung bestand darin, die Umweltbilanz zu verbessern, ohne dabei Abstriche bei Schutz, Haltbarkeit oder Komfort zu machen.“

Lisa Rosengren, Sustainability & Raw Material Manager bei Fristads

Nach Angaben von Fristads gibt es bei der neuen Faser keinen Qualitätsunterschied zu herkömmlichen Lösungen. Genau das macht die Entwicklung so relevant: Sie zeigt, dass nachhaltigere Alternativen auch in einem Bereich möglich sind, der bisher als besonders schwer veränderbar galt.

Multinorm Green: Von der Faserinnovation zum fertigen Kleidungsstück

Nach fünfjähriger Entwicklungszeit wird Fristads die neue Faser in seine kommende Multinorm Green-Kollektion integrieren. Die Markteinführung ist für September 2026 geplant. Die Kollektion verbindet zertifizierten Multinorm-Schutz mit nachhaltigeren Materialien und transparenten Umweltinformationen.

Ein besonderer Bestandteil der Kollektion sind Umweltproduktdeklarationen, sogenannte Environmental Product Declarations oder EPDs. Damit stellt Fristads unabhängig verifizierte Daten zu CO₂-Emissionen und Wasserverbrauch über den Lebenszyklus der einzelnen Kleidungsstücke bereit.

Für Kunden bedeutet das mehr Transparenz bei der Beschaffung von PSA. Unternehmen können fundiertere Kaufentscheidungen treffen und erhalten zugleich belastbare Informationen, die sie für Nachhaltigkeitsziele und die Scope-3-Berichterstattung nutzen können.

Zusammenarbeit als Schlüssel für Veränderung

Die Entwicklung zeigt auch, wie wichtig Zusammenarbeit entlang der gesamten Lieferkette ist. Regulatorische Anforderungen, steigende Kundenerwartungen und der Wunsch nach widerstandsfähigeren Lieferketten erhöhen den Druck auf die Branche. Lösungen entstehen jedoch nicht isoliert, sondern durch die enge Zusammenarbeit von Marken, Faserherstellern, Lieferanten und Entwicklungspartnern.

Fristads zeigt mit der Einführung antimonfreier und teilweise recycelter flammhemmender Fasern, dass nachhaltigere Arbeitskleidung auch in hochkomplexen PSA-Kategorien möglich ist. Der Durchbruch betrifft daher nicht nur eine einzelne Faser oder eine einzelne Kollektion, sondern kann als Signal für die gesamte Branche verstanden werden.

„Hier geht es nicht nur um eine Faser oder ein Produkt. Es geht darum zu beweisen, dass selbst die technisch komplexeste Arbeitskleidung neu erfunden werden kann.“

Lisa Rosengren, Sustainability & Raw Material Manager bei Fristads

Fazit: Mit Protex F und der kommenden Multinorm Green-Kollektion bringt Fristads eine Innovation auf den Weg, die zertifizierten Schutz, Materialentwicklung und Nachhaltigkeit stärker miteinander verbindet. Für Anwender, Einkäufer und Sicherheitsverantwortliche entsteht damit eine neue Perspektive auf flammhemmende Schutzkleidung: leistungsfähig, normgerecht und zugleich transparenter in Bezug auf Umweltwirkungen.

Die vollständige Fallstudie „Haben wir endlich den Heiligen Gral der Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit bei PSA erreicht?“ ist in der Frühjahrsausgabe 2026 von Health and Safety International verfügbar.